Die WDR Lokalzeit Dortund über ein kostenloses 3-Gänge-Menü für 50 bedürftige Seniorinnen und Senioren des Seniorenglück e.V. im italienischen Restaurant "Scuderia" am Rosenmontag, dem 16.02.2026

Gemeinsam statt einsam: Ein kostenloses Drei-Gänge-Menü im Restaurant „Scuderia“ schenkt 50 bedürftigen Seniorinnen und Senioren neue Lebensfreude

Über diese beherzte Aktion des

berichtete am Rosenmontag, dem 16.02.2026, die


Für viele Menschen ist ein Restaurantbesuch etwas Selbstverständliches – ein Treffen mit Freunden, ein gutes Essen, ein Moment der Geselligkeit. Für andere hingegen ist genau das kaum noch möglich. Nicht etwa, weil sie nicht möchten, sondern weil sie es sich weder finanziell leisten können noch jemanden haben, der sie begleitet.

Altersarmut und Einsamkeit gehören für zahlreiche ältere Menschen in Deutschland zum Alltag.

Der Dortmunder Verein Seniorenglück setzt genau hier an – mit Aktionen, die weit über eine warme Mahlzeit hinausgehen.


50 bedürftige Seniorinnen und Senioren wurden zu einem kostenlosen Drei-Gänge-Menü in das italienische Restaurant „Scuderia“ in Dortmund eingeladen. Für viele von ihnen war es ein außergewöhnlicher Tag – ein Tag voller Begegnungen, Gespräche und Wertschätzung.

Möglich gemacht wurde dieses besondere Mittagessen von Heinz Stemmler und seiner Frau Doris, zwei Stammgästen des Restaurants. Ihr Antrieb ist einfach und zugleich tief berührend: Menschen, die „nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen“, einen Moment des Glücks zu schenken.

„Mich freut das, wenn ich sehe, dass alle hier zufrieden sind. Das macht mich glücklich“,

beschreibt Heinz Stemmler seine Motivation.

Solche Aktionen werden häufig durch offizielle Sponsoren finanziert – doch in diesem Fall kam die Initiative von Privatpersonen. Für den Verein ist das eine Premiere und ein starkes Zeichen gelebter Solidarität.


Der Verein Seniorenglück e.V. war in diesem Restaurant nicht zum ersten Mal zu Gast. Zuvor hatte der frühere Restaurantbesitzer Bejan Sokoli regelmäßig Einladungen für die Senioren organisiert. Nach seinem Tod im vergangenen Sommer wollten seine Stammgäste dieses Engagement unbedingt fortführen – gemeinsam mit seiner Frau.

Für sie ist diese Unterstützung mehr als nur eine organisatorische Hilfe:

„Das hat mich sehr bewegt – und das hat uns noch mehr verbunden.“

Ihr Mann habe es kaum ertragen, dass sich viele ältere Menschen einen Restaurantbesuch nicht mehr leisten können. Seine Hilfe für den Verein war für ihn daher eine Herzensangelegenheit.


Für die eingeladenen Seniorinnen und Senioren war dieser Tag emotional. Viele konnten ihre Gefühle kaum in Worte fassen:

  • „Es ist einfach unglaublich.“
  • „Es ist schön, hier zu sitzen und nicht alleine zu Hause zu sein.“
  • „Da ist ein Dankeschön viel zu wenig.“
  • „Ich muss aufpassen, dass mir nicht die Tränen kommen.“

Neben dem Essen sorgte auch ein ehrenamtliches Musikprogramm für besondere Stimmung. Fast eine Stunde lang spielte Musiker Matthias Kasche Kartner und brachte die Gäste zum Lächeln, Mitsingen – und sogar zum Tanzen.


Cornelia Sbosny, die Erste Vorsitzende des Seniorenglück e.V., beschreibt, warum diese Veranstaltungen eine so große Bedeutung haben:

Viele ältere Menschen verfügen nach einem langen Arbeitsleben über extrem wenig Geld – teilweise bleiben ihnen nur rund 400 Euro im Monat zum Leben.

Armut im Alter ist häufig mit Scham verbunden. Betroffene ziehen sich zurück und nehmen nicht mehr am gesellschaftlichen Leben teil.

Der soziale Rückzug hat gesundheitliche Folgen. Deshalb versucht der Verein, diesen Kreislauf zu durchbrechen:

– damit Einsamkeit durchbrochen wird und die Menschen wieder Würde, Lebensfreude und Sicherheit erfahren.“

Seniorenglück existiert inzwischen seit fünfeinhalb Jahren und erreicht immer mehr Menschen. Dennoch bleibt die größte Hürde für viele der erste Schritt: sich einzugestehen, dass Unterstützung notwendig ist.

Der Verein macht es bewusst niedrigschwellig:

  • Kontakt per Telefon oder E-Mail
  • Anmeldung über die Seniorentafel
  • persönliche Ansprache vor Ort

Jeder, der Hilfe braucht, ist willkommen.


Nicht nur Bedürftige können sich melden – auch Menschen, die helfen möchten, sind gefragt.

Spenden ermöglichen:

  • gemeinsame Restaurantbesuche
  • Ausflüge, etwa zum Halterner Stausee, an den Rhein, nach Holland zur Tulpenblüte – oder sogar für mehrere Tage an die Nordsee
  • weitere Veranstaltungen gegen Einsamkeit, wie z.B. Weihnachtsfeiern, Karnevalsfeiern oder das traditionelle Weihnachtssingen im BVB-Stadion.

Die Einladung durch das Ehepaar Stemmler war für den Verein ein außergewöhnliches Beispiel privater Unterstützung. Doch der Wunsch ist klar: Viele weitere sollen folgen – ob Einzelpersonen, Paare oder Unternehmen.


Heinz Stemmler denkt bereits über die nächste Einladung nach. Seine Haltung beschreibt er so:

„Gastfreundschaft gewinnt für mich, indem man Menschen einlädt, von denen man genau weiß, man bekommt das nicht wieder – und das will ich auch gar nicht. Wir geben gerne und spenden gerne.“

Ein Satz, der die Idee hinter dieser Aktion auf den Punkt bringt: geben, ohne etwas zu erwarten.


Für viele ist ein Restaurantbesuch selbstverständlich. Für andere bedeutet er Teilhabe, Würde und Lebensfreude. Projekte wie die von Seniorenglück zeigen, wie viel ein gemeinsames Essen bewirken kann.

Vielleicht liegt genau darin die wichtigste Botschaft dieses Tages:

Ein wenig von dem, was für manche normal ist, kann für andere ein unvergessliches Geschenk sein


lädt sowohl Hilfesuchende als auch Unterstützende ein, Teil dieser Gemeinschaft zu werden. Denn eines gilt für alle – ganz im Sinne des an diesem Tag gespielten Liedes: